Schon zur Zeit der Kelten und Römer wurde auf dem Teufelskopf nach Eisenerz gegraben. Das Eisenerz wurde auf dem „Pluwiger Hammer“ zu Eisen verarbeitet. Die Überreste der Erzgruben sind auf dem Teufelskopf noch heute zu sehen.
Schutzpatron der Bergleute ist die heilige Barbara. Neben dieser wurden von den Bergleuten, die in der Erzgrube auf dem Teufelskopf arbeiteten, auch der heilige Michael verehrt. Um ihren Schutzpatron in ständiger Nähe zu haben, stellte man ein Bild des heiligen Michael in der Aushöhlung einer alten Eiche auf. Es war ständig mit frischem Grün oder Blumen geschmückt.
Die Bergleute fanden hier Schutz, wenn eiskalte Stürme über den 695 Meter hohen Berg fegten und ein Arbeiten in der Grube unmöglich machten. Der heilige Michael hatte so schon recht früh seinen Platz auf dem Teufelskopf, bis gegen Mitte des 19. Jahrhunderts der Abbau des Eisenerzes unrentabel wurde. Die Grube zerfiel, der heilige Michael geriet in Vergessenheit.
Am 2 September 1870 eroberten die preußischen Truppen im Kampf gegen Frankreich die französische Festung Sedan in den Ardennen. Der französische Kaiser Napoleon III. musste sich mit seinem General Mac-Mahon und rund 100.000 Man den Preußen ergeben. Die Preußen wurden angeführt von General Graf Moltke. Unter den Kämpfenden auf der deutschen Seite befand sich der Hornist Peter Lichtmes aus Waldweiler. Bei den Angriffen auf die Festung Metz kämpfte er ebenfalls mit in vorderster Reihe. Die Nachkommen des Peter Lichtmes behaupten, dass, wenn er sein Horn bließ, der Speis von den Wänden fiel. Peter Lichtmes überstand die Kämpfe unversehrt und konnte am 18. Januar 1871 die Kaiserproklamation Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles miterleben.
Nach dem Feldzug kehrte Peter Lichtmes in sein Heimatdort Waldweiler zurück. Sein Horn hatte er mitgebracht. Aus Freude über die glückliche Heimkehr ging er zu einer Anhöhe, die zum Teufelskopf führt, und ließ das Horn über sein Heimatdorf und dessen Umgebung erschallen. Alle wussten nun: Der „Felsenpetter“ ist wieder zu Hause.
Peter Lichtmes hatte noch einen Bruder, Matthias Lichtmes, genannt der „Felsentheis“. Wie es oft unter Geschwistern der Fall ist, vertrugen sich auch diese beiden Brüder nicht besonders. Sie wurden die „feindlichen Brüder“ genannt. Während Peter Lichtmes auf der Anhöhe stand und aus Freude über die Heimkehr sein Horn über Waldweiler und das Burkelsbachtal erschallen ließ, befand sich sein Bruder Matthias im Wald beim Holzmachen in der Lohhecke. Er hörte das Horn und begriff sofort: Das kann nur das Horn meines Bruders sein: Erfreut über dessen Heimkehr legte er die Axt beiseite und begab sich nach Hause.
Die beiden feindlichen Brüder fielen sich um den Hals. Vergessen war alles, was vorher zwischen ihnen war.
Um ihre Eintracht zu besiegeln, beschlossen sie etwas nicht Alltägliches. Von dem Einfallsreichtum der Brüder Lichtmes wird heute in der Gemeinde Waldweiler auch nach 150 Jahren noch manches erzählt. Die beiden erinnerten sich an das Bild des heiligen Michael, das seinerzeit von Bergleuten auf dem Teufelskopf verehrt wurde.
Matthias Lichtmes, von Beruf Drechsler, erklärte sich bereit, die Figur des heiligen Michael, die ihn darstellen sollte im Kampf mit dem Teufel, aus Holz zu schnitzen.
Die Michaelsgemeinschaft von Waldweiler nahm sich der Dinge an; in acht Tagen war eine neue Kapelle errichtet, schöner und größer als die vorherige Grotte.
Die Figur des heiligen Michael, inzwischen etwas vom Holzwurm heimgesucht, erhielt durch den Waldweilerer Maler Rudolf Hornetz ein neues Gewand. Im Jahre 1949 konnte Pastor Knopp die neue Michaelskapelle, die bis heute ihr Aussehen kaum verändert hat, einweihen.
Alljährlich, bei günstiger Witterung, bewegt sich am Sonntag nach dem Michaelstag eine Prozession von der Kirche in Waldweiler hinauf auf den Teufelskopf „bei den Michel“. Es ist eine Prozession durch eine herbstliche Waldlandschaft hinauf auf den Gipfel des Berges, dessen Namensgeschichte so Bund ist, wie die herbstlichen Wälder selbst.
Zur Namensgeschichte des Teufelskopfes wird folgendes berichtet: Auf dem Gipfel des Berges soll vor Zeiten ein heidnischer Wodanstempel gestanden haben. Hier wurden dem Gott Wodan Opfer dargebracht. Der heilige Willibrord, der unsere Gegend missionierte, bezeichnete diese Stätte als eine Opferstätte des Teufels. So erhielt der Teufelskopf seinen Namen.
Im Herbst des Jahres 1981 fanden die Pilger und Wanderer aus Nah und Fern, die sich an der Prozession beteiligten, die Kapelle und die Michaelsfigur in neuem Glanz vor. Maler Rudi Hornetz hatte wieder einmal zu Pinsel und Farbe gegriffen. Unter Mithilfe Waldweilerer Bürger und Vereine entstand das Bild von der Kapelle und Umgebung, wie es sich heute dem Besucher zeigt.